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    Mobilität und das tägliche Pendeln

    „Und, wie kommst du morgens hierher?“ – Wenn man sich als Neuling an der Uni, am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz mit den neuen Kollegen die ersten Male ein wenig unterhält, kommt immer wieder gerne diese Frage auf. Jeder, der nicht das Privileg hat morgens zur Arbeit laufen zu können, erlebt jeden Morgen und jeden Abend die Hektik und den Stress des Berufsverkehrs. Zudem macht sich das tägliche Pendeln im Geldbeutel bemerkbar und ebenfalls in der Stimmung bemerkbar, mit der man an sein Tagwerk herangeht. Wenn man schon völlig „gerädert“ von der Herfahrt auf die Arbeit kommt, dann ist es wohl kaum vorstellbar, dass man an diesem Arbeitstag seine volle Leistung bringen kann.

    Wenn ich als Liberaler anfange über die derzeitige Verkehrssituation in Deutschland nachzudenken, dann stoßen mir eine Sachen immer wieder sauer auf.

    received_1132727703458950Erlaubt mir an dieser Stelle kurz ein persönliches Beispiel vorzubringen: Ich bin einige Zeit jeden Tag zweimal berufsbedingt komplett  durch Darmstadt gefahren (Ost-West Richtung). Das hat mich täglich etwa eine Stunde gekostet, da es in dieser Richtung keine Umgehungsstraße gibt. Aber ich war nicht allein in dieser Situation – leider! Vielen anderen Pendlern ging es genauso. Auch sie mussten einmal quer durch Darmstadt, weshalb es täglich immer wieder zu elendig langen Schlangen an den Ampeln kam. Und diese Situation gibt es nicht erst seit gestern. Da stellt sich die Frage, warum es seit Jahrzehnten keine große Umgehungsstraße in Ost-West Richtung gibt. Wenn man sich jedoch die damalige und derzeitige Führung betrachtet wird klar, warum nichts geschehen ist und in nächster Zeit auch nichts geschehen wird.
    Endgültig genug hatte ich dann, als ich für zwei Wochen nach Darmstadt abgeordnet wurde und jeden Morgen statt durch die Stadt zufahren fast die gleiche Zeit gebraucht habe, um einen Parkplatz zu finden und von dort aus zu meinem Arbeitsplatz zu laufen. Zufällig war in diesen zwei Wochen gerade eine Personalversammlung anberaumt, die auch für nur kurzzeitig abgeordnete Personen verpflichtend war. Dort kam ein Dezernent der Stadt Darmstadt und sollte etwas zur schwierigen Verkehrs  – und Parkplatzsituation in Darmstadt sagen. Auf die Frage einiger Anwesenden, was denn die Stadt vorhabe, um die seit langem dringend benötigten Parkplätze zu schaffen, entgegnete der Dezernent nur, dass die Stadt keine neuen Parkplätze schaffen möchte. Die Leute sollen doch bitte lieber öffentlich Verkehrsmittel nutzen und die Stadt bemühe sich um eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. – Nein! Wenn der Bürger Auto fahren möchte, dann muss die öffentliche Hand dafür sorgen, dass der Bürger mit dem Auto fahren kann. Und das heißt: Parkplätze schaffen und für freie und intakte Straßen sorgen! Es regt mich extrem auf, wenn mir von Staats wegen oder von anderen Leuten vorgeschrieben wird, wie ich von A nach B kommen soll.
    Aber ich möchte nun nicht nur einzelne Personen an den Pranger stellen. Dies ja nur ein Beispiel von vielen. Vielerorts sieht es nicht besser aus.
    Warum werden beispielsweise seit Jahren und auch in Zukunft viel befahrene Autobahnen, wie beispielsweise die A 3 im Bereich des Großraums Frankfurt, nicht fünfspurig ausgebaut. Für die öffentlichen Verkehrsmittel ist immer genug Geld da, über diese wird auch immer gesprochen. Aber was ist, wenn der Bürger lieber mit dem Auto fahren möchte? Es muss in die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen sein, wie er oder sie sich fortbewegen möchte.
    Von Alex Haas

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    Mehr Mut bei der Stadtgestaltung

    Julian Lube ist mit 24 als Ortsbeirat in Wiesbaden Mitte wiedergewählt worden. Mit uns spricht er über den Alltag als Ortsbeirat und über mehr Mut in der städtebaulichen Entwicklung von Wiesbaden:

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