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    „Legalize IT“ Podiumsdiskussion JuLis Gießen

    Am 20.05.2015 fand in der Kongresshalle Gießen eine Podiumsdiskussion zur Frage der Cannabis Legalisierung statt. Die JuLis Wiesbaden waren mit 6 Leuten und einem Diskutanten auf dem Podium vertreten. Dort fanden sich Lara Schneider (stellv. Kreisvorsitzende JU Gießen), Dr. Bernd Hündersen (Suchthilfezentrum Gießen), Prof. Dr. h.c. Dr. h.c. Walter Gropp (Strafrechtsprofessor Uni Gießen) und Lucas Schwalbach (stellv. Landesvorsitzender JuLis Hessen).
    Der Andrang war so groß, dass manche Leute nicht in den Saal kamen und wir in einen größeren Saal ausweichen mussten. Letztendlich waren dann ca. 250 Zu-schauer in der Gießener Kongresshalle, um der spannenden und informativen Dis-kussion zu folgen
    Zum Anfang erläuterte uns Herr Prof. Gropp die strafrechtliche Situation, welche den Cannabis Konsum in Deutschland verbietet stellt. Die Prohibition habe versagt so Herr Prof. Gropp und deshalb sei es nun notwendig eine Cannabis Legalisierung und eine repressive Drogenpolitik anzustreben. Lara, welche zurzeit ein Medizinstudium absolviert, machte auf die psychisch verändernden Wirkungen, welche vom Canna-bis Konsum ausgelöst werden können, aufmerksam. Die Menschen wissen zu wenig über die Folgen des Cannabis Konsums, so Lara. Deshalb sollte man die Legalisierung nicht vorantreiben. Lucas sprach sich für eine kontrollierte Legalisierung aus, welche der organisierten Kriminalität einen Riegel vorschieben würde und endlich dem Menschen die Freiheit gebe selbst zu entscheiden, ob er Cannabis konsumiert oder nicht. Des Weiteren habe die von Verboten geprägte Drogenpolitik, die Konsumenten gerade erst in die Kriminalität gedrängt und ein Schwarzmarkt könne keinen effektiven Jugendschutz gewährleisten, wie es ein Apotheker kann so Lucas. Herr Hündersen, der viel mit Süchtigen arbeitet, brachte einige pro aber auch contra Argumente zum Thema der Legalisierung. Auf ihn kamen dann auch in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum die meisten Fragen zu, da viele Zuschauer auch ein hohes Interesse daran hatten zunächst einmal noch genauer über die Materie informiert zu werden.
    Nach der Veranstaltung ging es noch zum gemütlichen Teil des Abends auf ein Bier in die Gießener Innenstadt, um auf die gelungene Veranstaltung anzustoßen.
    Abschließend möchten wir uns bei den JuLis Gießen bedanken, ohne die diese Dis-kussion nicht möglich gewesen wäre. Wir waren tief beeindruckt, dass es doch noch möglich ist gerade junge Menschen so stark für politische Themen zu begeistern!

  • storypic_Bildung

    Bildungsvielfalt statt Einfalt – Pluralismus auch in der Bildungspolitik!

    Bei der Bildung wollen alle nur das Beste – Politiker überschlagen sich hier mit Superlativen. Es wird von der Bildung als einzige natürliche Ressource Deutschlands sinniert, die Bildung als Ausdruck gelungener Sozialpolitik gesehen und nicht weniger als „die beste Bildung der Welt“ gefordert.
    Im Land der Dichter und Denker genießt die Bildungspolitik ein Ansehen und mediale Aufmerksamkeit wie kaum ein anderes Politikfeld.

    Auch Christian Lindner lässt momentan keine Möglichkeit aus, die Bedeutung von Bildungspolitik in den Fokus zu stellen. Dabei wird gleich eine neueBildungsverfassung gefordert und natürlich eine „pragmatische Lösung“ angeboten – zukünftig sollen die Lehrpläne vom Bund den Schulen vorgegeben werden.

    Nach dem Modell, welches der Bundesvorstand zum Beschluss dem Bundesparteitag der FDP übernächste Woche vorgelegt hat, verschiebt sich so die Rahmengebung von der Landes- auf die Bundesebene.
    Dieses System habe den großen Vorteil, dass so ein echter Wettbewerb zwischen den Schulen gegeben sei und die Landespolitiker endlich nicht mehr in Bildungsangelegenheiten herumstümpern können.

    Doch schafft der Einheitslehrplan „die beste Bildung der Welt“?

    Zentral vs. Föderal

    Ziel der Vereinheitlichung der Lernpläne soll ein Wettbewerb zwischen den Schulen sein. Damit Eltern die Möglichkeit haben die beste Schule für ihre Kinder auszusuchen sollen sie so vergleichen können, welche Schulabgänger die besten Abschlüsse produziert haben. Der Wettbewerb zwischen den Schulen führt so zu einer Verbesserung der Qualität der schulischen Bildung.
    Dieser Wettbewerb zwischen den Schulen kann jedoch schon heute im föderalen Bildungssystem erfolgreich sein. So haben nicht zuletzt freidemokratische Bildungsministerinnen in Hessen den Weg für einen echten Wettbewerb zwischen den Schulen geebnet, in dem sie das Modell der selbstständigen Schule einführten.
    Legt das Bundesbildungsministerium die Lernpläne fest, haben wir de facto die Zentralisierung des deutschen Bildungswesens – mit allen seinen Nachteilen.
    Es mag in Deutschland Bundesländer mit besseren und mit schlechteren Schulsystemen geben. Wer die Bildung auf Bundesebene legt kann sich allerdings sicher sein, dass anschließend alle Schüler ein gleichermaßen schlechtes Schulsystem haben. Wer glaubt das Bundestagsabgeordnete mit Bildungsreformen überlegter umgehen als Landespolitiker verkennt, dass die mediale Aufmerksamkeit der Bildungspolitik alles überstrahlen kann. Mit jeder neuen Bundesregierung wäre uns einer Bildungsreform sicher – für alle.
    Fehler werden so nicht mehr lokal auf Landesebene gemacht sondern für alle einheitlich auf Bundesebene.
    Dabei fällt ein ganz entscheidendes Korrektiv weg – der Wettbewerb um den beste Lehrplan. Heute vergleichen wir den hessischen Lehrplan nicht nur mit vergleichbaren Regelungen in Frankreich, England oder USA sondern auch mit Bayern, Sachen und Nordrhein Westfalen.
    Wir erkennen so schnell Fehlentwicklungen und können auf Landesebene gleichermaßen schnell reagieren. Auch sind „Bildungsexperimente“ lokal begrenzt und sollte das Experiment Erfolg haben übernehmen wir erfolgreiche Modelle in unser eigenes System.

    „Die beste Bildung der Welt“

    Durch den Bildungsföderalismus schaffen wir so nicht nur einen Wettbewerb zwischen den Schulen sondern auch zwischen Lehrplänen.
    Ähnlich wie dieser Wettbewerb zwischen den Schulen nur funktioniert, wenn man diesen den Freiraum gibt sich zu entfalten und verschiedene, dezentral verwaltete Schule zulässt, funktioniert der Wettbewerb um den besten Lehrplan nur in einem dezentralen und somit föderalen System.

    Wir gewinnen mit der selbstständigen Schule eine individuelle Bildung, welche Schwerpunkte setzen kann und so besondere Fähigkeiten unserer Kinder fördert.
    Mit den selbstständigen Bundesländern erhalten wir einen Bildungsrahmen, welcher im Wettbewerb die den besten Lehrplan entwickelt.

    Zusammen ergibt sich so das „beste Bildungssystem der Welt“, welches durch ständige Anpassung und Weiterentwicklung seine Schüler auf die Anforderungen einer globalisierten Welt und eines selbstbestimmten Lebens vorbereitet.

    Von Lucas Schwalbach